die komplette bandbreite

Ist die Bandbreite sexistisch?

Bisweilen hat man der Bandbreite den Vorwurf gemacht, sexistisch zu sein.
In ihrem Repertoire befinden sich mehr als 50 verschiedene Texte, darunter lediglich zwei Stücke mit sexuellem Inhalt und ironischem Unterton – sexistisch sind die Lieder nicht.
Diese Texte sind zwischen fünf und acht Jahre alt, wobei der eine davon niemals live von der Bandbreite aufgeführt worden ist und der andere zuletzt 2005 aufgeführt wurde.

Um die Hetzkampagne gegen “Die Bandbreite” weiterzutreiben, hat sich jemand akribisch die Mühe gemacht, nach uralten Leichen im Keller zu forschen, die allerdings in Wirklichkeit gar keine sind.

Der Song “Miesmuschel” beispielsweise ist eine Persiflage, eine Kritik an der Sexualisierung unserer Gesellschaft und der Tatsache, dass die Ausübung von Sexualität zum Konsumgut verkommt. Gepaart mit Nichtwissen, mangelnder Aufklärung bei Jugendlichen und fehlender Kommunikation unter den Menschen wird die schönste Sache der Welt damit zum Alptraum.

An dieser Stelle täten die Denunzianten von “Die Bandbreite” gut daran, sich einmal den Begriff Ironie erklären zu lassen. Falls sich deren Bild über die Freiheit der Kunst dann immer noch nicht ändert, würde ich schnellstens zu einer Protestaktion gegen die Hitler-Parodie von “Switch reloaded” auf PRO 7 raten.
Den Fall hielte ich dann doch für wesentlich dringlicher.

Vom Song “Eingelocht” wird auf diversen hetzenden Blogs behauptet, es handele sich um die “Verherrlichung einer Vergewaltigung” – eine zweitklassige Swinger-Club-Szene würde das direkte Text-Bild besser beschreiben, doch man kann Texte nie außerhalb des musikalischen Kontextes sehen.
Wer die beiden Rapper der Bandbreite hört, merkt allein an der übertriebenen Betonung, es handelt sich um eine Veralberung des aufkeimenden Gangster- und Porno-Raps, dem Wojna und DJ Torben immer kritisch gegenüber standen. Mit diesem Lied machten sie sich damals über Songs wie Cool Savas’ “Lutsch mein’ Schwanz” lustig.

Es ist teilweise schon bizarr, wie man der Bandbreite ständig versucht, ihre Kunst auszulegen: Bei realen Themen wie Staatsterrorismus und internationalem Raubtierkapitalismus versucht man sie als Fantasten abzuspeisen, bei ironischen Songs hingegen, bewertet man jedes ihrer Worte als Tatsachenbehauptung.

Wieso hat Ver.di Duisburg “Die Bandbreite”  am Weltfrauentag 2008 dann gebucht? Wegen der frauenfeindlichen Texte? Warum traten sie beim Internationalen Weltfrauentag 2011 in Duisburg auf?

Den Denunzianten geht es in Wirklichkeit nicht darum, sexistische Kunst zu verhindern, sondern lediglich darum, “Die Bandbreite” von ihrer politischen Aufklärung abzuhalten, indem man sie diskreditiert.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 21. Dezember 2011 um 10:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Kommentare »

  1. Endlich mal einer, der es auf den Punkt gebracht hat!!!
    Danke, super Text!

    Kommentar: Ian Moone – 21. Dezember 2011 @ 11:26

  2. Langsam bin ich es Leid zu sehen wie sich Künstler, gegenüber eiiner kl. Szene rechtfertigen müssen. Nie wird die Summe der Kunst bewertet.

    Ich denke da nur an euch und anderen die ich in meinem Leben gebucht oder gar begleitet habe. Slime, Wizo………..wenn nichts mehr politisches zu mäkeln war, hat man dann halt ” Kommerz Arsch……” genannt.
    Eine Punk truppe aus NRW…..wurde sexismus vorgeworfen und mehr vorgeworfen…..ach was rege ich mich auf. Die Motzer waren meist uninformiert, nur Infos aus 7- 8 HHand, nie was konkretes……

    Diese Motzer können auch kein Spass verstehen.

    Ich kann Hosen texte vorlegen, die beim lesen im Rechtsextrem kontext gesehen werden. Fragt mal bei Klaus farin, Archiv der Jugendkulturen nach.

    ……macht weiter, wenn Ihr erstmal in Charts (kommerziell) seit……..

    Im übrigen kann ich mittlerweile verstehen warum Künstler sich lieber nicht politisch äussern……warum wohl;-)

    Kommentar: eddie – 03. Januar 2012 @ 19:23

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