Zum Begriff Faschismus

Wenn staatliche Gewalt mit allen Mitteln durchgesetzt wird – ohne Rücksicht auf Völkerrecht, Menschenrechte, Moral und Ethik – dann ist das die Fratze des Faschismus!

Da sich einige Kritiker von Die Bandbreite am Begriff Faschismus reiben, wenn dieser nicht ausschließlich Rechten angehängt wird, sei Folgendes klargestellt:
Die Bandbreite hat mehrfach geäußert, Faschisten sind unserer Ansicht nach nicht nur Rechtsradikale, es gibt auch reichlich linke davon und selbst ein farbiger Präsident kann vom Friedensnobelpreisträger zum Faschisten mutieren.

Ob rot, grün, braun oder religiös – dies sind nur äußere Formen. Faschismus ist eine innewohnende Eigenschaft, die Farbe gehört nur zur äußeren Form.

Ein Fascis (lat. fascis „Bündel“), Plural Fasces, ist ein Rutenbündel, in dem ein Beil steckt.

Das Wort Faschismus ist von Fasces abgeleitet und bezieht sich auf das römische Rutenbündel als unanfechtbares Amtssymbol der staatlichen Macht Roms.
Die bedingungslose Autorität des Staates gegenüber seinen Bürgern und die somit geforderte unfreie Unterwerfung unter das staatliche System mit absolutem Gewaltmonopol, sind die tiefere Symbolik.

Das Mussolini als rechter Nationalist das alte römische Imperium verehrte und sich dessen Wiederherstellung erträumte, ist geschichtliche Realität.
Das römischen Rutenbündel als Symbol der absoluten staatlichen Gewalt, wurde in diesen Kreisen glorifiziert mit der gerechten (staatlichen ) Ordnung des „Imperium Romanum“, in dessen Tradition sich die entstehende faschistische Bewegung sah.
Aus geschichtlicher Sicht war für die Bürger Roms die staatliche Gewalt sicherlich akzeptabel als Garant des Imperium. Aus der Sicht der unterdrückten und unterworfenen Völker Roms war diese absolute staatliche Gewalt, symbolisiert durch das Rutenbündel gleichzusetzen mit Unterdrückung, Menschenraub und Sklaverei, wirtschaftlicher Ausbeutung und Zwangsabgaben.
Heute haben wir ein Wort dafür: Faschismus.

Die italienischen Faschisten haben diesen Begriff zwar im 20 Jhd. entscheidend geprägt, aber inhaltlich war es sicherlich beliebig, ob man als Kommunist in ein KZ kam oder als Liberaler im sibirischen Arbeitslager verreckte.

Die brutale Unterdrückung autoritärer Systeme wurde zum Sinnbild des Faschismus.
Wer heutzutage unschuldig, ohne Anklage und Prozess, jahrelang in Guantanamo gefoltert wird, hat es sicherlich besser, als in den Konzentrationslagern der Nazis. Wird demjenigen aber trotzdem kein Trost sein …
Faschismus bleibt Faschismus.

Wenn staatliche Gewalt mit allen Mitteln durchgesetzt wird – ohne Rücksicht auf  Völkerrecht, Menschenrechte, Moral und Ethik – dann ist das die Fratze des Faschismus!

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