Es herrscht Krieg

“Am 21. Februar 2015 hat in Halle an der Saale ein Protest mit der Bezeichnung EnDgAmE stattgefunden. Es war nach Erfurt der zweite dieser Art. EnDgAmE steht für “Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas”. Es hat sich wieder einmal gezeigt: wer öffentlichkeitswirksam gegen den US-Imperialismus auftritt, soll kaputt gemacht werden. Dem werden die Reifen aufgeschlitzt. Dem werden “linke” Gegendemonstranten gegenübergestellt, die mit USA- und Israel-Fahnen auftreten. Und der wird als “rechts” diffamiert – mit heimtückischen Methoden. Eine zentrale Rolle spielte dabei eine Abordnung der Geheimdienstorganisation NPD. Wojna von der Band DIE BANDBREITE hatte eine fulminante antifaschistische Rede gehalten und den Song “Kein Sex mit Nazis” vorgetragen, da kam mit freundlicher Miene ein Mann auf ihn zu und sprach ihn und den Versammlungsleiter Frank Geppert an. In dem Moment entstehen Fotos und werden alsbald ins Netz gestellt – eine Nähe von BANDBREITE und rechter Szene suggerierend. Der Mann war ein NPD-Funktionär …

Wojnas Spontan-Rede:

Ich möchte meine Worte direkt nach drüben richten, an unsere Gegendemonstranten. Ich sehe da diesen Hammer, den Hammer mit dem aufgedruckten Davidstern. Das ist genau das, was wir nicht brauchen, was wir nicht wollen. Wir wollen nicht mit dem Hammer irgendwo drauf hauen. Wir wollen in Kommunikation miteinander treten, auch mit Euch, denn Ihr behauptet von Euch, Ihr seid Antifaschisten. Und hier stehen auch Antifaschisten. Also kann etwas nicht stimmen, wenn wir gegeneinander demonstrieren. Oder?

Ich möchte Euch da drüben einladen mit uns zu demonstrieren gegen eine Weltmacht, die ständig – immanent – in etliche Länder eindringt, sie mit ihrer ungebremsten Militärmacht niederringt, ins Chaos stürzt und dann die am Boden liegenden Völker und ihr Land ausplündert. Dagegen möchte ich mit Euch kämpfen.

Ich möchte mit Euch kämpfen gegen eine Administration, die Saudi-Arabien unterstützt und finanziert, woher genau die Fanatiker der IS und der ISIS kommen, die Ihr doch genauso hasst wie wir. Oder?

Ich will mit Euch zusammen kämpfen gegen das Wiederaufkeimen der Nazis – in diesem Fall in der Ukraine. Ich hoffe, Ihr habt das mitbekommen. Ich hoffe, Ihr habt mitbekommen, dass wir einen Herrn Trojan als Chef der Kiewer Polizei haben, einen Nazi aus dem Asow-Bataillon, der ohne Probleme das Hakenkreuz am Stahlhelm trägt.

Und ich will mit Euch dagegen kämpfen, dass unsere Bundesregierung in einer Querfront mit den Nazis in der Ukraine 20 Polizei-Ausbilder schickt, um mit einem Nazi zusammenzuarbeiten.

Ich will mit Euch dagegen kämpfen, dass die übelste Geschichtsrelativierung in deutschen Medien stattfindet, dass im ZDF ein Auslandskorrespondent namens Armin Coerper einen Ivan Mamtschur hofiert und ihn zugegebenermaßen als einen ein wenig Rechten, aber als Freiheitskämpfer für die Ukraine tituliert und dabei vergisst, dass er in der SS-Division Galizien gedient hat. Dagegen möchte ich mit Euch da drüben kämpfen.

Ich möchte mit Euch dagegen kämpfen, dass unser Außenminister unverblümt neben einem Faschisten, dem Chef der Swoboda-Partei, zusammen mit Herrn Vitali Klitschko, der schon zu viele Schläge auf seine Nase und vorne auf seinen Kopf bekommen hat, posiert – mit einem Menschen, der vor noch zehn Jahren ausgerufen hat: geht hin, tötet die deutschen Russen- und Judenschweine – gegen einen solchen Antisemiten und die Kollaborateure im Deutschen Bundestag, Frau Göring-Eckardt, Herrn Steinmeier und den ganzen Rest der Fraktion sowie die Konrad-Adenauer Stiftung, die Vitali Klitschkos Partei unterstützt und sich gemein macht mit den Nazis. Mit Euch möchte ich dagegen kämpfen. Denn Faschismus darf sich nie wieder wiederholen. Faschismus darf nie wieder von deutschem Boden ausgehen. Und Krieg darf nie wieder von deutschem Boden ausgehen.

Ich wünsche mir so sehr von Euch, dass Ihr diese Ohren mal aufmacht, die Ihr an Euren Köpfen tragt, dass Ihr mal in ein paar Bücher rein lest, dass Ihr nicht die Propaganda glaubt, die Euch vorgelogen wird von Euren Gruppenführern und von Euren Organisationen, dass Ihr Euer Antideutschtum ablegt. Denn das ist genauso faschistisch und rassistisch wie jeglicher andere Rassismus auch. Das hat keine Zukunft. Wir brauchen den Dialog. Und wir brauchen den Frieden. Und wenn wir Menschen haben, die verwirrt in Dresden auf der Straße stehen, weil sie – obwohl sie keinen einzigen Muslim in ihrer Stadt haben – trotzdem Angst vor Überfremdung und Islamisierung haben, dann sind das Menschen, mit denen wir reden müssen. Denn, wenn man den besagten Holzhammer ihnen auf den Kopf haut, hören sie nicht auf, ausländerfeindlich zu sein, hören sie nicht auf, rassistisch zu sein. Wir müssen mit diesen Menschen reden. Die Kommunikation ist das, was wichtig ist. Alles andere ist “Teile und Herrsche”. Das führt in die Spaltung und das führt dazu, dass die, die Euch und uns ausbeuten, da oben weitermachen können wie bisher. Und das dürfen wir nicht zulassen. Ich danke Euch. (Starker Applaus unter den Endgame-Teilnehmern) …”

Zum vollständigen Artikel: NRhZ

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