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Zusammenfassung Ostermarsch-Duisburg 2018

Der Ostermarsch RheinRuhr in Duisburg fand heute wieder statt. Zunächst traf man sich am Kuhtor. Dort gab es wie immer ein wenig Musik, ein paar Reden und diesmal sogar bestes Demowetter.
In diesem Jahr waren, wie ich schätze etwa 350 Friedensbewegte am Start. Ich würde mal vermuten, dass es etwa doppelt so viele Menschen waren, wie in den Vorjahren. Das kann natürlich mehrere Gründe haben. Zum Einen hatten wir, wie erwähnt, bestes Wetter, zum Anderen, waren erheblich mehr kurdische Friedensfreunde da als in der Vergangenheit.

Obwohl das Friedensforum Duisburg im Vorfeld ordentlich die Werbetrommel gerührt hat (was natürlich ein weiterer Grund für die Teilnehmersteigerung sein wird) finde ich, dass es doch ein paar tausend Marschierer mehr hätten sein können. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit und Jugend noch an ganz andere Märsche und ich finde nicht, dass das Einstehen für den #Frieden heute weniger wichtig ist als damals.

Jedenfalls zogen die Demonstranten dann durch die Innentadt zum Averdunkplatz, wo es noch einmal mehrere #Redebeiträge gab. Anschließend ist es Tradition, dass der Ostermarsch dann weitergeht und zwar in der nicht fernen #Landeshauptstadt Düsseldorf. Rein in den Zug und weiter zur nächsten Kundgebung.
Vielen Dank, dass ihr so engagiert zur Sache geht und da wart um gewaltfrei für eine friedlichere #Welt einzutreten. Im nächsten Jahr bringen wir dann alle noch mehr Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde mit.

Team BANDBREITE

Spaltungsversuch bei Ostermarsch-Eröffnung gescheitert

” Von Gerd Höhne

So wahnsinnig viele waren es nicht – etwa 150 bis 200 – die an der Eröffnung des Ostermarschens Rhein-Ruhr am 4. April 2015 in Duisburg teil nahmen. Aber es waren sichtlich mehr, als in den Jahren davor. Und das trotz, dass die von den Pro-Zionisten beeinflussten „Friedensfreunde“ aus Dortmund und Bochum gar nicht erst erschienen waren und der Lokalsender falsche Informationen über den Ort der Veranstaltung ausstrahlte.

Stein des Anstoßes: Die Band „Die Bandbreite“.

Anstößig findet die auch der Landesvorstand der Partei „Die Linke“ und verhängte einen Bannfluch über sie. Was anstößig an „Die Bandbreite“ ist, blieb das Geheimnis der angeblich Linken und beschlossen schon vor drei Jahren:

„Der LV NRW wird sich an Veranstaltungen von Parteigliederungen, auf denen die Duisburger Band „Die Bandbreite“ auftritt, weder finanziell noch inhaltlich oder organisatorisch beteiligen. Der Landesvorstand rät den Gliederungen der Partei davon ab, mit der Band zusammenzuarbeiten.“

Antragsteller war der damalige Ratsherr im Düsseldorfer Rat und Ex-Kassenwart der Partei ebenda, Frank Laubenburg. Laubenburg ist dem Autor recht gut bekannt. Laubenburg ist Mitglied der Schwulen-AG der Linkspartei (LAG queer der LINKEN) und diese ist klar am rechten Flügel der Gysi-Truppe angesiedelt. Auch tummeln sich bei denen die Freunde der zionistischen Kriegsverbrecher und Rassisten. Auch Laubenburg kenne ich als deren Anhänger und Fürsprecher.

Bereits 2010 schloss ihn die Ratsfraktion im Düsseldorfer Rat aus. Auch sonst geriet Laubenburg ins Gerede:

„Auf der Jahreshauptversammlung im Oktober 2010 rügte Rechtsanwältin Dapprich in einem Rechnungsprüfungsbericht den Kassenwart Laubenburg ausführlich nicht allein wegen nachträglicher Manipulationen seiner Unterlagen, sondern zusätzlich wegen seines Umgangs mit  Parteigeldern nach Gutsherrenart und selbstherrlicher, ja bösartiger Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Ausstellung von Spendenbescheinigungen.“*

Dessen Antrag nahm also der Landesvorstand damals an und den exekutierte sie noch im Jahre 2015. Inzwischen soll Laubenburg sogar aus der Partei ausgeschlossen worden sein.

Ich habe aber Duzende ungehorsame Parteimitglieder der Linkspartei bei der Ostermarsch-Eröffnung getroffen  und gesehen, dass sie der mit dem Bannstrahl des hohen Landesvorstandes versehenen Band „Die Bandbreite“ begeistert Befall spendeten.

Überhaupt: Ich habe schon viele Ostermarscheröffnungen mit gemacht: Sie glichen sich – von einigen Ausnahmen abgesehen – insofern, dass sie auf mich den Eindruck machten, hier spult ein Pflichtprogramm ab. Man redete etwas miteinander – oder auch nicht – , man sah sich mal wieder und die einzelnen Gruppen ließen ihre ihnen  zugeteilten Pflichtredner ihr Programm ablaufen. Dann ging man brav nach Hause. Höhepunkte und Begeisterung gab es kaum, oft Langeweile. Und die Menschen in der Duisburger Innenstadt rieben sich erstaunt die Augen: „Ach, die gibt es auch noch!“

Anders diesmal. Wojna mit seiner Band „Die Bandbreite“ traf in seinen Musik- und Wortbeiträgen den Nagel auf dem Kopf und riss die Teilnehmer der Kundgebung im wahrsten Sinne des Wortes mit. Er prangerte die Verbrechen der israelischen Zionisten am Volk von Palästina an, trennte aber scharf Zionisten und Juden, er entlarvte die von den USA angeführte Nato als Kriegstreiberorganisation. Er trat klar für eine Politik der Verständigung unter den Völkern ein, sprach sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aus. Er wandte sich aber auch in Wortbeiträgen gegen die Verleumdungen seiner Band.

Selbst der inhaltlich und stilistisch schlecht gemachte Beitrag der Satrapenorganisation der MLPD – Solidarität international (SI) – fiel da nicht weiter auf. Man hörte weg und wartete auf den nächsten Beitrag der „Bandbreite“, der man allgemein begeistert Beifall spendete.

Dass sich die Gefolgsleute des  Linkspartei-Landesvorstandes, also Frank Laubenburgs, am anderen Ende der Innenstadt Duisburgs, ca 1 km weiter, trafen, fanden selbst die Zahlreich anwesenden Mitglieder der Linkspartei lächerlich und doof.

Der Versuch des Linkspartei-LV den Ostermarsch zu spalten, scheiterte kläglich. Obwohl der Lokalsender Radio DU den Treffpunkt der Spalter als offiziellen Treffpunkt propagierte, schmälerte den Erfolg nicht. Das Häuflein der Laubenburger, der wenigen Anhänger der zionistischen Kriegstreiberei, gab sich da ein ödes und langweiliges Stelldichein.

Die Eröffnung mit „Die Bandbreite“ war die beste seit Jahren. Eine Teilnehmerin sagte mir: „Die Bandbreite ersetzt den Hauptredner.“

Den gab es auch: Eberhard Przyrembel von Pax Christi hielt eine  engagierte Rede – und hatte ein T-Shirt der Bandbreite angezogen.

G.H

Die Bandbreite: Aufruf zum Ostermarsch Ruhr

Die Bandbreite spielt live in Duisburg zum Auftakt des Ostermarsch Ruhr.
Der Ostermarsch hat eine lange Tradition im Ruhrgebiet. Unterstützt den Auftakt dieser Friedensdemonstration durch eure Präsenz am Ostersamstag! Zeigen wir der traditionellen Friedensbewegung, dass es wieder junge Menschen in diesem Land gibt, die Krieg und Frieden nicht gleichgültig gegenüber stehen – und stehen in Duisburg gemeinsam für einen bedingungslosen Frieden ein!

Warum wir die Band „Die Bandbreite“ auftreten lassen

Das Friedens Forum Duisburg hat sich mit uns solidarisch erklärt! Wir bedanken uns bei unseren Freunden/innen des FFD für diese klaren Worte!

“„Unser Mtaube_klein_start_webarsch ist eine gute Sache, weil er für eine gute Sache geht…“, mit diesem Lied sind Ostermarschierer jahrelang für den Frieden durch die Bundesrepublik gezogen. Differenzen gab es in der Bewegung immer, doch das gemeinsame Ziel einte in der Aktion, und es gab mächtige Demonstrationen

Dass es weiter eine starke einheitliche Friedensbewegung gibt, die in der Öffentlichkeit Gehör findet, ist unser wichtigstes Anliegen auch heute. Die Boykottkampagne gegen die Band „Die Bandbreite“ und die damit verbundenen ausufernden verletzenden Diskussionen arbeitet diesem Ziel entgegen. Wir haben die Band bei Auftritten über die Jahre hinweg als eindeutig antifaschistisch, antirassistisch, Gewalt ablehnend und den Frieden in der Welt fordernd erlebt. Sie prangern an, welche Kräfte immer wieder Kriege provozieren. Wir haben trotzdem reiflich überlegt, bevor wir sie baten, bei uns in diesem Jahr wieder aufzutreten.

Die Intrigen, die gegen „Die Bandbreite“ betrieben werden, beruhen in höchstem Maße auf unzutreffenden  Anschuldigungen. Wir wollen mit dem Auftritt dem großen Unrecht, das der Band geschieht, entgegen wirken. Dieser ständig betriebene Rufmord betrifft nicht die Band allein. Die Friedensbewegung insgesamt soll durch diese haltlosen Vorwürfe – auch gegen andere Einzelpersonen – getroffen und geschwächt werden. Wozu?

Dazu nur ein Beispiel: Ca. 80 Prozent der Bevölkerung in unserem Land lehnen Einsätze der Bundeswehr in der Ukraine ab. Artikuliert wird diese Ablehnung durch die weit verzweigte Friedensbewegung, und sie soll diskreditiert und mundtot gemacht werden. Weiteres dazu in dem Gespräch mit Reiner Braun und dem Artikel von Wolfgang Gehrcke und Christine Reymann, Wider denunziatorische Kommunikation, Volksfront statt Querfront (beides in: Marxistische Blätter, 2/15, SS. 29 und 99).

Im Sinne einer Stärkung der Friedensbewegung „plädieren wir für verbale Abrüstung“.

Friedensforum Duisburg, beschlossen  am 25. März 2015″

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Was ist los in diesem Land?: Die Bandbreite – politischer Hip Hop aus Duisburg

von Goeran:

Ich werde mal von Zeit zu Zeit Bands und Musiker vorstellen, die nicht (oder selten) im Radio gespielt werden, aber trotzdem (meiner Meinung nach) gut sind. Den Anfang macht die Duisburger Hip Hop Kombo “Die Bandbreite“. Hip Hop, Rap, Gangsta-Mugge ist ja eigentlich sonst gar nicht mein Ding. Aber “Die Bandbreite” sprechen mich an. Gut, ihr Stil ist auch eher poppig und die Beats und Sounds sehr gut arrangiert. Vor allem aber die Texte des Sängers Marcel “Wojna” Wojnarowicz sind absolut “outstanding” in Zeiten, wo das Volk im “Land der Dichter und Denker” mit gecastetem Musikmüll endlos bombardiert wird und die Texte meist aus Bla Bla Herzschmerz Trallala bestehen.

Der Song aus dem Video “Was ist los in diesem Land?” stammt vom Album “Reflexion”. Eine sehr gute, weil kritisch objektive Rezension zum Album könnt Ihr auf Konstantin Weckers Webmagazin Hinter den Schlagzeilen lesen.

Wenn ich mir im Web so die Diskussionen rund um die Band durchlese, merke ich, wie gut es die “Mächtigen” und ihre Helfer von den Mainstream-Medien in den vergangenen Jahren geschafft haben, dicke Mauern in unseren Köpfen zu errichten. Es gibt immer noch (mehr denn je) rechts und links, schwarz und weiss, alternativlos und political correct. Und genau in diesem Spinnennetz ist die Kombo “Die Bandbreite” gefangen. Die Vorwürfe und Anfeindungen reichen von linksextrem, rechtsextrem, judenfeindlich, frauenfeindlich, schwulenfeindlich, Verschwörungstheoretiker usw. Aus diesem Grund wird wohl auch der große kommerzielle Durchbruch kaum gelingen. Erinnert mich irgendwie an die Geschichte der “Böhsen Onkelz”, nur dass bei denen das Stigma eindeutig war.

Warum spaltet eine kleine Polit-Pop-Hip-Hop-Band aus dem Ruhrgebiet dermaßen. Nun, ausschlaggebend dürfte wohl ihr Song “Selbst gemacht” aus dem Jahr 2007 sein, in dem sie den USA vorwerfen selbst für die Anschläge des 11. September 2001 verantwortlich zu sein. Beziehungsweise indirekt unterstellen, dass es ein “Inside-Job” war.

Wer sich Zeit nimmt und auf youtube ein paar Tracks der Band hört, wird feststellen: Ja, sie sind systemkritisch, ja sie sind bestimmt Globalisierungsgegner, ja sie singen gegen die Mainstreammedien, ja sie singen gegen das vereinte Europa, dass man uns so alternativlos vorsetzt (was nicht heißt, dass man dann automatisch Gegner einer europäischen Idee ist).
Was sie aber garantiert nicht sind, ist: linksextrem, rechtsextrem oder antisemitisch. Diese Keulen schwingt man so gern im Deutschland der Frau Merkel. Totschlagargumente, die keinerlei Raum für Diskussion, Veränderung oder gar Zusammenhalt unter den Minderprivilegierten zulassen. Politisch korrekt sein ist alternativlos. Ein paar Schritte von der Mitte darf man sich entfernen, aber nicht über den Tellerrand schauen oder denken. Aber genau das macht “Die Bandbreite”: Hinterfragen, nicht alles schlucken was aus der Glotze schwappt, den Finger in die Wunde legen, bohren, provozieren. Und das machen sie gut! Und es ist ihr gutes Recht! Denn sie sind Künstler!

Das Witzige bei der öffentlichen Wahrnehmung von “Die Bandbreite” ist, dass sie sowohl Prügel von linken Gazetten, wie der “TAZ” oder dem “Neuen Deutschland” einstecken mußten, aber auch von konservativen Blättern wie Spiegel oder WAZ Mediengruppe angegriffen wurden. Viel Feind, viel Ehr würde ich da mal sagen.

Auch interessant ist, sich (auszgsweise) die Auftritte der Band in den vergangenen Jahren mal anzusehen…

…Ich glaube kaum, dass man anhand einer solchen Auftrittsliste von einer Band sprechen kann, die sich besonders verdächtig macht, mit rechtem Gedankengut zu symphatisieren. Was in der Vergangenheit für Gesprächsstoff gesorgt hat, waren die scheinbar wahllosen Einladungen, die “Die Bandbreite” angenommen hat. So spielten sie bei einem Sommerfest der DKP genauso wie bei einer Gegendemonstration zum Bilderbergertreffen in der Schweiz auf Einladung der nationalkonservativen SVP (Schweizerische Volkspartei).
Dieses Spektrum erscheint wohl vielen Kritikern ungeheuer(lich) zu sein. Dabei kennt ein offener Geist keine Grenzen und um verschiedene Gewässer auszuloten, muss man eben auch mal seine Angel reinhalten.
“Wojna” hat in einem Blog auf dem die Band angegriffen wurde geschrieben: “Wir bleiben dabei: Wir sind Künstler und wir dürfen überall spielen. Der Künstler ist der Spiegel der Gesellschaft und hat das Recht jedem diesen Spiegel vorzuhalten, egal welchen Glaubens und welcher politischen Coleur…”

Abschließend möchte ich sagen, dass mir nicht alle Songs gut gefallen. Bei einigen Songs gibt es doch auch mal blöde Logikfehler und/oder Widersprechungen. Da würde sicher eine Art Selbstreflexion manchmal gut tun. Aber egal, ich finde es großartig, dass es Bands wie “Die Bandbreite” gibt: Bands, die sich nicht von Produzenten verarschen lassen, die seit 30 Jahren das selbe Lied immer wieder komponieren. Bands, die ihre Umwelt wahrnehmen und Texte schreiben, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Weiter so, Jungs!

Zum Abschluß noch ein Song:

Artikel: http://www.ostblog-online.de/die-bandbreite-politischer-hip-hop-aus-duisburg/